Argumentarium


 

Geschichte, Erbe, Tradition

In den 70-er und 80-er Jahren baut die Gemeinde Windisch das Bossarthaus, welches sie für die Friedhoferweiterung gekauft hatte, teilweise neu auf. Die Scheune wird als öffentliches vielseitig nutzbares Kulturlokal umgebaut. Es gab in dieser Generation Personen, die sich mit Engagement für diese Lösung einsetzten und ein markantes Gebäude nicht nur vor dem Verfall retteten, sondern auch bewirkten, dass es der Öffentlichkeit von Nutzen ist.
Diese Leistung gibt man nicht einfach auf!

Andere Gemeinden, z.B. Hausen mit dem Dahlihaus, versucht heute mit viel Aufwand und erheblichen Schwierigkeiten ein altes Bauernhaus zu erhalten. Warum soll Windisch sein einziges historisches Gebäude nicht in Gemeindebesitz behalten können und es zweckmässig unterhalten?

Wenn unsere Generation keine Ideen mehr hat, wie ein wertvolles Gebäude zum Gemeindewohl verwendet werden kann, soll sie es zumindest bewahren. Die nächste Generation wird es wieder zu schätzen wissen.

 

Dorfkultur, aktives Dorfleben

Die Gemeinde Windisch fördert vielseitig Kultur- und Freizeitangebote:

  • Badi Heumatten mit einer Defizitbeteiligung von mehr als 100‘000 CHF pro Jahr
  • Sportvereine mit zur Verfügung Stellung von Hallen und Sportplätzen
  • Quartiervereine durch minimale Gemeindebeiträge
  • Sommertheater oder Grossanlässe durch Defizitbeiträge
  • Campussaal durch jährlichen Betriebsbeitrag von 190‘000 CHF als Standortmarketing und Wirtschaftsförderung (Tagungs-und Kongresssaal für Firmen und Verbände)
  • Jugendhaus
  • Treffpunkt Integration
  • Bossarthaus als Kulturerbe und Bossartschüür als Kulturlokal für vielseitige Nutzungen

 

Markantes, denkmalgeschütztes Gebäude

Das Bossarthaus ist ein imposantes, wertvolles Gebäude im historischen Dorfkern von Windisch. Wohnteil und Scheune sind unter einem grossen Dach vereint und die ursprünglichen Nutzungen sind noch klar zu erkennen. Dem Bossarthaus vorgelagert ist ein klassischer Bauerngarten.
Der Wohnteil A wurde in den 80-er Jahren neu aufgebaut und enthält vier unterschiedlich grosse Mietwohnungen, die teilweise noch Küchen und Bäder aus den 80-er Jahren haben. Fenster, Gebäudehülle und Kellerräume sind ebenfalls aus dieser Zeit. Beheizt wird das Gebäude im Wärmeverbund vom Dorfschulhaus aus. Unterhalt und Sanierungsbedarf besteht so, wie es für Gebäuden aus dieser Zeit üblich ist.
Der Mittelteil des Gebäudes, Wohnteil B, enthält zwei grosse, historische Bauernwohnungen. Die Grundrisse der Wohnungen entsprechen natürlich nicht mehr den heutigen Vorstellungen. Der zur Dorfstrasse orientierte Wohnraum weist eine herrschaftliche Täferung, eine Holzdecke und einen dunklen Holzboden auf. Ein grosser Kachelofen, der von der Küche aus beheizt wurde, sorgte für Wärme. Der Raum ist sehr stimmungsvoll, es besteht aber Sanierungsbedarf an der historischen Substanz. Ebenso ist die sehr grosse Bauernküche Zeuge aus einer anderen Zeit. Umbau und Sanierungen am Hausteil B erfordern Kenntnisse im Umgang mit historischen Bauten.
Der Ökonomieteil des Hauses mit Tenne, Stall, Heubühne und Lagerräumen wurde in den 80-er Jahren zum Kulturlokal umgebaut und laufend unterhalten. Er ist vielseitig nutzbar: Die ehemalige Tenne als grosszügiges Foyer oder Ausstellungsraum, der ehemalige Stall als Sitzungsraum, Seminarraum oder Kurslokal und die Heubühne als einzigartiger und stimmungsvoller Bühnenraum für  Kleinkunst, Kabarett und Musik. So nah wie in der Bossartschüür kann man die Künstler kaum wo anders erleben!

 

Zone für öffentliche Bauten

Das Bossarthaus bildet zusammen mit der Kirche, dem ältesten Schulhäuschen, dem Dorfschulhaus und dem Kirchgemeindehaus den historischen Dorfkern. Diese benachbarten Gebäude und der Friedhof liegen alle in der Zone für öffentliche Bauten. Durch einen Verkauf des Bossarthauses gibt man in dieser Zone viele Entwicklungsfreiheiten und Synergiemöglichkeiten preis.

 

Ein Gebäude, ein Besitzer

Wohnteil und Scheune hatten schon immer unterschiedliche Nutzungen, sind aber eine Gebäudeeinheit unter einem grossen Dach. Private Wohnnutzung und öffentliche Nutzung, seien es Kulturanlässe oder kleine Feste, vertragen sich schlecht, besonders wenn das Gebäude unterschiedliche Besitzer hat.
Ruhebedürfnis in den Wohnungen und verantwortungsvolle Nutzung im öffentlichen Kulturteil lassen sich durch einen einzigen Besitzer klar regeln. Unterschiedliche Besitzer vertreten nur ihre Eigeninteressen und Konflikte sind vorprogrammiert.
Auf dem Dachboden über den historischen Wohnungen im Teil B befindet sich die Lüftungsanlage für den Kulturteil. Eine klare vertikale Trennung des Gebäudes ist so gar nicht möglich und 2/3 der Dachfläche würden beim Kulturteil bleiben. Teil B mit dem grössten Sanierungsbedarf hätte bei einer vertikalen Teilung zwei Besitzer.

 

Befreiungsschlag für Gemeinde oder verscherbeln von Kulturgut in Gemeindebesitz

Ein allfälliger Verkauf des Bossarthauses an einen privaten Käufer würde die Gemeinde von ihrer Unterhaltspflicht entbinden. Demgegenüber steht ein Verkauf des Bossarthauses, der endgültig und unumkehrbar ist. Die Gemeinde würde damit einen Teil ihrer Identität, ihrer Tradition, ihres Besitzes und ihre Kultur, auf die sie stolz sein kann, aufgeben. Zudem würde sie auch zukünftige Nutzungsmöglichkeiten für die öffentlichen Lokalitäten eliminieren.


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